Werte der Union

Im Rahmen des Aktionsbereiches "Werte der Union" werden neben den im CERV-Programm oder in anderen Förderprogrammen üblichen Zuschüssen zwecks Umsetzung von Maßnahmen ("action grants") auch sogenannte Betriebskostenbeiträge ("operative grants") vergeben. Diese Form der Unterstützung erfolgt auf Basis mehrjähriger Rahmenvereinbarung. Ein diesbezüglicher Call wurde 2021 durchgeführt. Auch werden die Ergebnisse des 2023 durchgeführten Calls zur Umsetzung der EU-Grundrechtecharter aufgelistet.   

Projektübersicht: Unterstützung für Betriebskosten (mehrjährig) für EU-weite Netzwerke mit Sitz in Österreich

Jahr teilnehmende Organisation  Beschreibung
2021-2024 Centropa - Zentrum zur Erforschung und Dokumentation jüdischen Lebens in Ost- und Mitteleuropa Verein (Österreich) Ziel: Fortführung, Vertiefung und Erweiterung bestehender Programme zum jüdischen Erbe in Europa.
Inhalt(e): Bereitstellung von Tools für Lehrkräfte, die mit ihren Schülerinnen und Schülern das jüdische Erbe Europas kennenlernen wie auch eigene Projekte in diesem Bereich durchführen möchten.
2021-2024 ICNM -  Internationales Zentrum für Neue Medien (Österreich) Ziel: Schaffung digitaler Lösungen und Smart-Content-Applikationen, um europäische Bürgerbeteiligung, Geschlechtergleichheit, Diversität und die Implementation von EU-Werten zu fördern.
Inhalt(e): diverse Trainings, Workshops und Initiativen, u.a. der European Young Innovators Award, der digitale Sozialunternehmerinnen und Sozialunternehmer fördert und zum Erreichen der UN-SDGs beisteuert; Youth for Innovation: europaweites Programm für Studierende, um Kollaborationen zwischen Studierenden und Unternehmen im Tech-Bereich zu ermöglichen und EU-weite Herausforderungen anzusprechen; WSA Europe Academy: Workshops für europäische Bürgerinnen und Bürger sowie junge Unternehmerinnen und Unternehmer zu unterschiedlichen Themen mit EU-Bezug.
2021-2024 WAVE - Women against Violence Europe. Europäisches Netzwerk gegen Gewalt an Frauen und Kindern (Österreich) Ziel: allgemeine Stärkung der humanitären Rechte von Frauen und Kindern und insbesondere die Verhinderung von Gewalt an Frauen und Kindern.
Inhalt(e): Lobbying-Aktivitäten, um legislative Maßnahmen zur Verhinderung von Gewalt an Frauen und Kindern zu verbessern bzw. effektiver anzuwenden. Neben Sitzungen mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern wie etwa dem Europarat oder der EC Gender Task Force werden diverse Kampagnen in Form von Trainings und Arbeitsgruppen durchgeführt, um die humanitären Rechte von Frauen zu stärken. Informationen zu genderbasierter Gewalt werden über diverse soziale Netzwerke verbreitet.
2021-2024 EL*C - Network (Europäisch-Zentralasiatischer Lesbenverband) (Österreich) Ziel: Förderung der Gleichberechtigung, die Verhinderung und die Bekämpfung von Diskriminierung von cis-, trans- und intersexuellen Frauen und nicht-binären Personen, die sich selbst als lesbisch, bisexuell und queer bezeichnen (im Folgenden LBTIQ-Frauen und nicht-binäre Personen).
Inhalt(e): Aufbau und Stärkung der Kapazitäten der EL*C-Mitgliedsorganisationen, um eine nachhaltige, starke und wirksame Stimme für die Bedürfnisse und Interessen von LBTIQ-Frauen und nicht-binären Personen in relevanten politischen und bewusstseinsbildenden Prozessen auf nationaler, regionaler, EU- und internationaler Ebene zu werden. Aufbau von Partnerschaften und Schmieden von Allianzen mit relevanten Stakeholdern, mit dem Ziel, kohärente, koordinierte und strategische Aktionen zur Erreichung gemeinsamer Ziele zu fördern und zu entwickeln.

Projektübersicht: "Reguläre" Calls ("action calls") 

Jahr Name Koordination  österreichische Ko-Beteiligung Beschreibung

Umsetzung der EU-Grundrechtecharter

2023 Enhancing Charter Compliance of EU-Funds (ECHOFunds) Ludwig Boltzmann-Gesellschaft (Österreich) Europäisches Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung (Partner) Ziel: Das Gesamtziel des Projekts besteht darin, die Konditionalität (Voraussetzung) zur Umsetzung der Charter für Menschenrechte, die für EU-Mitteln im Rahmen der geteilten Mittelverwaltung besteht, zu verbessern. Dies, indem das Bewusstsein für die Rechte der Charta und ihre Auswirkungen geschärft und ein gemeinsames Verständnis für die Rolle der verschiedenen Akteure bei der EU-Finanzierung in allen Phasen des Finanzierungszeitraums geschaffen wird. 
Inhalt(e): Die Projektaktivitäten umfassen 1.) einen Forschungsteil, 2.) Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch über nationale Veranstaltungen in Österreich, Griechenland und Polen und 3.) einen starken Fokus auf die Verbreitung von Informationen, die auf die Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen und einer breiteren Öffentlichkeit zugeschnitten sind, sowie auf die Entwicklung von Online-Tools, die zur Stärkung des Bewusstseins für die Charta und ihre Einhaltung eingesetzt werden können.
2023 Localising the Charter of Fundamental Rights of the EU by operationalising the FRA-Framework for Human Rights Cities (RIGHTSCITIES) Raoul Wallenberg Institute for Human Rights and Humanitarien Law (Schweden)

Stadt Wien (Partner)

 

Ludwig Boltzmann-Gesellschaft (Partner)

Ziel: Das Projekt hat das übergeordnete Ziel, die Charta der Grundrechte der Europäischen Union und ihre Umsetzung auf der Ebene der Städte in Europa zu fördern und die Anwendung der Charta auf lokaler Ebene zu konkretisieren.
Inhalt(e): Als methodischer Rahmen fungiert der FRA-Ansatz "Human Rights City". Konkret werden im Rahmen des Projekts Schritte unternommen, um den von der EU-Grundrechteagentur (FRA) im Oktober 2021 definierten Rahmen in Europa (Wien, Utrecht, Lund, Danzig, Sopot) zu testen und zu operationalisieren. 
2023 Civic space preservation and restoration (CPR) Zelena Acija - Friends of the Earth Croatia (Kroatien) GLOBAL 2000 (Partner) Ziel: Stärkung zivilgesellschaftliche Organisationen im Bereich Umweltschutz und sozialen Wandel in Kroatien und Österreich, um diese zu befähigen, nationale Kampagnen zur Stärkung der Zivilgesellschaft durchzuführen.
Inhalt(e): Das Ziel soll unter anderem durch folgende Arbeitspakete erreicht werden: Kartierung und Analyse der aktuellen zivilgesellschaftlichen Kontexte in Kroatien und Österreich; gegenseitiger Austausch bewährter Praktiken auf Basis von 3 Laboren für Aktivisten-Tools und -Techniken; Konzeption/Durchführung von nationalen Kampagnen auf Basis gesammelter Daten und während des gesamten Projekts gewonnenen Wissens.
2023

Strategic Litigation and Environmental Rights (STELLAR Rights) 

Association Justice and Enviironment (Tschechien) Ökobüro - Allianz der Umweltbewegung (Partner) Ziel: Das Projekt fokussiert auf Klima- und Energiepolitik. Die Zielgruppen (zivilgesellschaftliche Organisationen, Juristen und Mitarbeiter von Ombudsstellen) sollen dahingehend sensibilisiert werden, dass sie sich in der Klima- und Energiepolitik der EU auf die Rechte der EU-Charta berufen können.
Inhalt(e): Die eigentlichen Projektaktivitäten bestehen aus der Erforschung von EU-Rechtsinstrumenten, der Sammlung von Daten über die Umsetzung der Politiken in den Mitgliedstaaten, der Schulung der Zielgruppen und der Durchführung von nationalen Veranstaltungen mit Ombudsstellen und Veranstaltungen auf EU-Ebene unter Beteiligung von EU-Institutionen und Journalisten. Außerdem werden Veröffentlichungen auf nationaler und EU-Ebene erstellt, und das gesamte Projekt wird durch geeignete Kommunikationsmaßnahmen begleitet.